Eindeutschungs-Level

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mxrd
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Eindeutschungs-Level

#1 Post by mxrd »

Kurze eins-komma-fünnef Gedanken zum Eindeutschungs-Level
muss ich jetzt mal loswerden sonst werd ichs nie.

Ich versuche zu versprechen dass ich dazu sonst nie wieder was sage. Keine Garantien.


Nichts dramatisches, und hat auch nichts ausschliesslich mit MX zu tun, tritt aber hier auch auf, ein Ding was mir manchmal
etwas Magengrummeln macht:

Manchmal finde ich wird der Eindeutschungs-Grad etwas übertrieben.

Beispiel:
Wenn man zum BS-Desktop in PopUps, Hilfen etc "Schreibtisch" schreibt find ich das als mehr Technik-Affinie etwas übertrieben.
Es bei Desktop zu belassen hat sogar Vorteile, jeder weiss heutzutage was gemeint ist und man hat sogar ein einfaches
Unterscheidungsmittel.
(Helpdesk-Aufforderung: nehmen Sie sich mal kurz vom Schreibtisch einen Stift und machen Sie sich folgende Notiz:....
Antwort: Stift? wo?.... )


Da man natürlich endlos darüber diskutieren kann was wann eingedeutscht wird, wäre ja vielleicht irgendwann mal für
ambitionierte Translationsmanager eine Idee, das Problem zu lösen, indem man dann 2 Möglichkeiten anbietet, eine
-Version Deutsch-Tec mit belassenen Begriffen a la Desktop, so wie in technischer Umgebung üblicherweise genutzt,
und eine
-Version Deusch-Voll,
die dann ja viiielleicht für Total-Anfänger sogar tatsächlich etwas hilfreicher wäre?

just my to cents, mein Senf zu dem Thema

Dank für die Aufmerksamkeit! :thumbsup: :happy:


nebenbei störts natürlich auch ein ganzkleinbisschen wenn einerseits in thunar die sidepane in (Tec-)Englisch ( wie ichs bevorzuge ),
andererseits eine Störungsmeldung in Thunar dann volleingedeutscht, dass man ggf für Fehlermeldung in Englisch erst mal übersetzen muss.


(im MX-Package-Installer in Popular Applications / populären Applikationen einzige Ankreuzung bei US_English_LibreOffice)

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dings
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Re: Eindeutschungs-Level

#2 Post by dings »

Da stimme ich zu, manche Eindeutschungen in der Computerwelt sind wirklich übertrieben und machen die Sache komplizierter statt einfacher. Englische Begriffe, die längst bei der Allgemeinheit eingängig sind, dürfen ruhig englisch bleiben.

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Dennis-TW
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Re: Eindeutschungs-Level

#3 Post by Dennis-TW »

Als professioneller Übersetzer würde ich mich über ein paar mehr konkrete Beispiele abseits von Desktop/Schreibtisch/Arbeitsfläche freuen.

Ohne ins Detail zu gehen, sind solche Meta-Diskussionen leider nicht wirklich ergiebig, da jeder eine etwas andere Vorstellung von einer "guten" Übersetzung hat. Am besten wäre es natürlich, sich selbst an den gewünschten Übersetzungen zu beteiligen, um das Problem direkt angehen zu können und vielleicht auch zu verstehen, warum ein Übersetzer manchmal eine Entscheidung trifft, die für einen anderen vielleicht "komisch" klingt.

Im professionellen Umfeld gibt es für Fachübersetzungen ein klar definiertes Glossar, Stilvorlagen und Übersetzungsdatenbanken, dazu automatische und manuelle Qualitätssicherung und irgendwo dazwischen noch drölfundachtzig Änderungswünsche des Kunden. Aber auch da rutscht immer mal wieder etwas durch, was der Empfänger als "komisch" empfindet.

Wenn man nun bedenkt, dass Übersetzungen im Bereich Freier Software zum allergrößten Teil von Freiwilligen gemacht werden, dann ist das Ergebnis für den deutschsprachigen Bereich zunächst einmal recht beachtlich, aber in einigen Bereichen eben nicht wirklich "professionell". Das kann es aber unter den gegebenen Umständen auch nicht sein. Das Ziel sollte daher meines Erachtens sein, das Bestehende als Ganzes zu verbessern und nicht in unterschiedliche Teile zu zerstückeln. Und in der Welt der freien Software ist der beste Weg zur Verbesserung die direkte Beteiligung und das direkte Benennen von Problemen.

KaramellPudding
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Re: Eindeutschungs-Level

#4 Post by KaramellPudding »

Dem Post von Dennis-TW ist nichts weiter hinzuzufügen, genau wie er sehe ich das auch.

Die Übersetzungen innerhalb von Linux, also natürlich auch innerhalb MX-23, empfinde ich als, wenn auch nicht perfekt, durchaus ideal.
Fernab jeglicher künstlicher Verwirrungen, Marketinggeschwafel oder pseudotechnischer Formulierungen, verständlich für Anwender unterschiedlicher Erfahrungsniveaus.
Die Übersetzer leisten schon Enormes, dem Ergebnis ist die Freude und Hingabe des Arbeitseinsatzes durchaus zu entnehmen.

Und wer gerne auf irgendeine Übersetzung verzichten möchte, kann ja, weil: Linux, Englisch als Installations-Sprache wählen.
2025: Es gibt keine schlechten Linux-Distributionen mehr.
2025: There are no more bad Linux distributions.
2025 : il n'y a plus de mauvaises distributions Linux.

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gosia
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Re: Eindeutschungs-Level

#5 Post by gosia »

ich finde auch, dass man es kaum besser als @Dennis-TW sagen kann. Verstehe @mxrd, aber das ist genau ein Thema, bei dem 10 Leute wahrscheinlich 11 unterschiedliche Meinungen haben. Wie sagte schon meine Grossmutter: "allen Leuten recht getan, ist eine Kunst die niemand kann" ;)
Und ähnlich wie @KaramellPudding, z.B.

Code: Select all

export LANGUAGE=en_EN.UTF-8
sorgt zumindest für englische Meldungen, was ja in Forumsbeiträgen und Internetrecherchen durchaus hilfreich ist.

viele Grüsse gosia

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Oli
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Re: Eindeutschungs-Level

#6 Post by Oli »

Wenn man sich den Eingangsbeitrag so durchliest, muss man leider feststellen, dass der Verfasser vor lauter "Tech-Sprech" offenbar bereits die Fähigkeit verloren hat, sich halbwegs korrekt in deutscher Sprache auszudrücken. Der Text ist voller Fehler. Rechtschreibung, Satzbau, Groß- und Kleinschreibung und Interpunktion werden durchgehend mit Füßen getreten. Sorry für die klaren Worte, aber im Vergleich dazu ist die deutsche Übersetzung von MX Linux eine echte Wohltat.

Vor diesem Hintergrund eine ubiquitäre Verwendung von neu-denglischem Misch-Kauderwelsch zu fordern, erscheint doch etwas befremdlich. Alleine der verquere Ausdruck "Eindeutschungs-Level" hat Potential zum Unwort des Jahres. Auf die anderen Verunglimpfungen der deutschen Sprache möchte ich gar nicht eingehen...

Ganz sachlich betrachtet ist die Übersetzung von MX Linux ziemlich gelungen. Natürlich nicht perfekt, aber gerade im Vergleich zu anderen Distributionen doch erstaunlich gut. Bei welcher anderen Distribution kann man denn jederzeit mittels ALT + F1 eine vollständige Dokumentation in deutscher Sprache aufrufen?

Fazit: Bevor man fragwürdige "Verschlimmbesserungsvorschläge" äußert, bitte zuerst an die eigene Nase fassen.

Gruß und nichts für ungut,
Oli

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dings
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Re: Eindeutschungs-Level

#7 Post by dings »

Wieso ist Ortografie ein Kriterium dafür, etwas zu Eindeutschungen sagen zu dürfen? Und wer hat das entschieden? F**** the rules. Und "Unwort des Jahres" ...? Janee, is klar.
Es ist ein sachliches und faktisches Phänomen, dass es Missgriffe der Übersetzung gibt.
Ich wollte oben zunächst darauf eingehen, dass es da auch "politische" (oder "professionelle") Vorgaben gibt, und die sind alles andere als ein Garant für benutzerfreundliche und sinnvolle Sprache. Die professionellsten Softwareanbieter dieses Planeten sind seit Jahrzehnten für Ärger und Lacher in dieser Hinsicht gut.
Dass MX und andere OpenSource-Projekte Beachtliches bieten steht außer Frage.
Für mein Gefühl ist es kein enormes Problem, aber doch eines, über das man reden kann, wenn einem danach ist. (*scroll durch die new posts ...*)

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Oli
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Re: Eindeutschungs-Level

#8 Post by Oli »

dings wrote: Wed Nov 01, 2023 5:05 pm Wieso ist Ortografie ein Kriterium dafür, etwas zu Eindeutschungen sagen zu dürfen? Und wer hat das entschieden?
Wer hat hier ein Verbot ausgesprochen? Zitat bitte!
dings wrote: Wed Nov 01, 2023 5:05 pm F**** the rules. Und "Unwort des Jahres" ...? Janee, is klar.
Mit "F**** the rules" kommt man bei einer Übersetzung wohl leider nicht weiter. Im Gegenteil, eher mit "Follow the rules". Also mit den üblichen Regeln für Satzbau, Grammatik und Orthographie in der betreffenden Sprache.
Durchgehende Kleinschreibung, fehlende Satzzeichen sowie wahllos zusammengewürfelte Deutsch-Englisch-Begriffe tragen in aller Regel nicht zur besseren Verständlichkeit eines Textes bei.

In den meisten Internetforen wird das außerdem als ausgesprochen unhöflich und als ein Zeichen von mangelndem Respekt aufgefasst. Das hat schon seine sachlichen Gründe.
Ist der Verfasser schlichtweg zu faul und gibt sich keine Mühe, seinen Text in korrekter und strukturierter Form zu formulieren, ist es ihm doch auch völlig egal, ob das Geschriebene für andere Mitglieder leicht lesbar ist oder erst mühsam entziffert werden muss.

Von daher bleibe ich bei meiner Meinung. Wer in dieser Form Kritik an einer Übersetzung äußert, möge doch bitte zuerst einmal unter Beweis stellen, dass er es besser kann.

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Dennis-TW
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Re: Eindeutschungs-Level

#9 Post by Dennis-TW »

dings wrote: Wed Nov 01, 2023 5:05 pm Für mein Gefühl ist es kein enormes Problem, aber doch eines, über das man reden kann, wenn einem danach ist. (*scroll durch die new posts ...*)
Reden kann man über vieles.

Bei diesem "Problem" bleibt für mich aber die Frage, ob man nur darüber reden oder sich konstruktiv - z.B. durch das Anbringen konkreter Beispiele, was jetzt eigentlich genau verbessert werden soll - beteiligen möchte.

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Oli
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Re: Eindeutschungs-Level

#10 Post by Oli »

Selbst beteiligen? Eher nicht. Könnte ja in Arbeit ausarten.

Er möchte lieber, dass seine Vorschläge als "Idee" von "ambitionierten Translationsmanagern" aufgegriffen wird, also von anderen, die dann die Arbeit für ihn machen.
Gleichzeitig regt er an, "man" könne doch gleich 2 Versionen erstellen, eine für Tec-Verstrahlte und eine für Anfänger:
mxrd wrote: Fri Oct 27, 2023 7:32 am Da man natürlich endlos darüber diskutieren kann was wann eingedeutscht wird, wäre ja vielleicht irgendwann mal für
ambitionierte Translationsmanager eine Idee, das Problem zu lösen, indem man dann 2 Möglichkeiten anbietet, eine
-Version Deutsch-Tec mit belassenen Begriffen a la Desktop, so wie in technischer Umgebung üblicherweise genutzt,
und eine
-Version Deusch-Voll,
die dann ja viiielleicht für Total-Anfänger sogar tatsächlich etwas hilfreicher wäre?
Wobei ich mich frage, ob "Deusch-Voll" nicht eher nach exzessivem Genuss von alkoholischen Erfrischungen anzuraten wäre... :biggrin:

Spaß beiseite, vielleicht hätte er auch einmal einen Blick auf die erste Seite des deutschen Benutzerhandbuchs werfen sollen. Dann wäre ihm aufgefallen, dass die aktuelle Version v. 20230709 vom KI-gestützten Übersetzungsprogramm DeepL erstellt wurde. Wohl auch deshalb, weil der Übersetzungsaufwand für die 291 Seiten (!) einer einzigen Version bereits so hoch war, dass niemand diese Herkules-Aufgabe zum Nulltarif übernehmen wollte.

Gruß, Oli

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